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Frei, aber einsam

Bremer Philharmoniker
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15. November 2026 11:30

Konzertreihe „Kammermusik am Sonntagmorgen“
"Frei, aber einsam - Dialoge zwischen Violine und Klavier", so die Überschrift zu einem neuen Termin  der Reihe Kammermusik am Sonntagmorgen.

Philharmoniker-Konzertmeister Reinhard Heise und die Pianistin Verena Louis präsentieren am Sonntag, den 15. November, drei Werke, die in unterschiedlichen Epochen entstanden sind und doch ein gemeinsames Thema verbindet: die Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten im Zusammenspiel von Violine und Klavier. Von der Wiener Klassik über die Romantik bis zur französischen Moderne eröffnet sich ein spannender Blick auf die Entwicklung der Kammermusik über fast 150 Jahre.

Als Wolfgang Amadeus Mozart 1785 seine Violinsonate Es-Dur KV 481 komponierte, befand er sich auf dem Höhepunkt seiner Wiener Schaffenszeit. Anders als viele frühere Sonaten, in denen das Klavier die führende Rolle übernimmt, begegnen sich hier beide Instrumente auf Augenhöhe. Mozart entfaltet einen lebendigen musikalischen Dialog voller Eleganz, Virtuosität und Ausdruckskraft. „Die Sonate entstand während Mozarts Arbeit an seiner Oper Figaro – und es scheint, als ob Violine und Klavier plaudern, necken und singen wie zwei Figuren auf der Opernbühne“, so Reinhold Heise. Knapp 150 Jahre später schrieb der junge Olivier Messiaen 1932 seine Thème et Variations als Hochzeitsgeschenk für seine erste Ehefrau, die Geigerin und Komponistin Claire Delbos.

Heise vergleicht das Werk mit einer „Liebeserklärung voller Glut und Innigkeit“. Es gehört zu den frühen Kompositionen Messiaens. Aus einem schlichten, lyrischen Thema entwickelt er eine Folge von Variationen, die zunehmend an Intensität gewinnen. Bereits hier sind jene schillernden Klangfarben, die besondere Harmonik und die spirituelle Dimension erkennbar, die sein späteres Werk prägen sollten. Den Abschluss bildet die berühmte F-A-E-Sonate, ein einzigartiges Gemeinschaftswerk von Albert Dietrich, Robert Schumann und Johannes Brahms. Die Sonate entstand 1853 als musikalische Überraschung für einen gemeinsamen Freund, den Geiger Joseph Joachim, der damals zu den bedeutendsten Virtuosen seiner Zeit zählte. Ihr Titel F-A-E verweist auf Joachims Lebensmotto „Frei, aber einsam“, dessen Anfangsbuchstaben als musikalisches Motiv das Werk durchziehen. Dietrich komponierte den ersten Satz, Brahms steuerte das temperamentvolle Scherzo bei und von Schumann stammen der 2. Satz und das Finale.


Mit der Reihe „Kammermusik am Sonntagmorgen“ begeistern die Musiker:innen der Bremer Philharmoniker bereits seit Jahren ihr festes Stammpublikum und locken stetig neue Kammermusikfans zum intensiven Erleben klassischer Musik zu ihren Konzerten ins Tabakquartier. Nahbar, in fast familiärer Atmosphäre werden dem Publikum nachhaltige Einblicke in das gemeinsame Musizieren gewährt. Nicht von ungefähr gehören diese Kammerkonzerte für viele Klassikbegeisterte zu den Sternstunden im Konzertkalender.

Eintrittskarten: 12 Euro; Kinder bis 14 Jahr frei, online über www.bremerphilharmoniker.de buchbar und an der Tageskasse in der Halle 1 im Tabakquartier erhältlich.

Halle 1 im Tabakquartier
Am Tabakquartier 10, 28197 Bremen
Informationen auch unter 

 

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